Historisches

Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Schönstadt 1906

Eine Feuerwehr besteht in Schönstadt etwa seit dem Jahre 1725. Sie war damals als Feuerwehr für den Bereich der Gerichtsstätte Schönstadt, und damit für die Orte Schönstadt, Cölbe, Bernsdorf, Betziesdorf, Bracht, Bürgeln, Reddehausen und Schwarzenborn, zuständig.

Feuer war schon zu allen Zeiten eine große Bedrohung für die Menschen in den Städten und Dörfern. Schon immer gab es Bemühungen, Schadensfeuer wirksam zu bekämpfen oder gar nicht erst entstehen zu lassen. So ist belegt, dass es schon im Jahre 1384 für die Stadt Kassel eine Feuerordnung gab.

Im Jahre 1558 wurde durch Landgraf Philipp d. Gr. eine Feuerordnung für die Dörfer erlassen. Diese umfasste 22 Punkte und musste vom Schultheiß jedes Vierteljahr unter der Gerichtslinde laut und deutlich verlesen werden. Damit beginnt die Geschichte der Feuerwehren in den Dörfern.

Alle Bürger waren zum „löschen verordnet und auf fremde Leut gut Acht geben.“ Diebe an der Brandstelle wurden mit dem Tode bestraft. Löschgeräte wurden auch schon erwähnt: „Eymern, Leytern, Exten und anderen gerede zur wehr des Feuers ...., im Brauhaus mußten messingen Sprützen sein.“ Auch wurde der Schultheiß verpflichtet, die Feuerstätten zu besichtigen, damit diese in Ordnung waren.

1739 gibt es eine neue Feuerordnung. Diese schreibt vor, dass ein Spritzen- oder Leiternhaus errichtet werden muss, damit die Geräte bei Feuergefahr leicht herbeigeholt werden und durch Regen nicht verderben können. Jeder Mann ist verpflichtet, bei Feuergefahr zu helfen.

Mitte des 19. Jhs. gibt es dann Bestrebungen, die Schlagkraft der Feuerwehren durch freiwillige Mitglieder zu erhöhen. Die Freiwilligen waren die Führungskräfte, die durch die Bürger, die verpflichtet waren, unterstützt wurden.
In unserem Landkreis wurde Ende des 19. Jhs. eine neue Feuerordnung erlassen. Die Landräte waren um die Gründung einer Feuerwehr in jedem Ort bemüht. Dabei gab es hier u. a. Streitigkeiten mit den anderen Orten um die Gerichtsspritze.

Die Freiwillige Feuerwehr Schönstadt wurde am 6. Dezember 1906 gegründet. Die Gründungsurkunde wurde von Bürgermeister Pitz unterschrieben. Die Bürger waren aber noch zu Hilfeleistungen verpflichtet. Es war strafbar, die von einem Feuerwehrmann angeforderte Hilfe zu verweigern.

Etwa im Jahre 1895 wurde die alte Gerichtsspritze durch eine neue Handdruckspritze ersetzt. Sie war bis 1934, damals brannte im Gutshof eine Scheune, im Dienst. Bei diesem Brand wurde die mangelhafte Ausrüstung deutlich. Danach wurde ein Tragkraftspritzenanhänger (TSA) von der Firma Robel in München gekauft. Alle benötigten Geräte, Schläuche und Armaturen waren auf dem Anhänger untergebracht, der von Hand oder von einem Schlepper gezogen wurde.

Im Herbst 1969 wurde der TSA durch ein Löschgruppenfahrzeug LF 8 ersetzt. Damit konnte eine komplette Einsatzgruppe zur Einsatzstelle fahren. Die Zeiten „vom Alarm bis zur Einsatzstelle“ verkürzten sich erheblich. Zudem wurde die Ausbildung der Feuerwehrleute durch Ausbildungslehrgänge ebenfalls erheblich verbessert..

Die Anforderungen an die Feuerwehren stiegen und steigen weiter. Folglich wurde das LF 8 im Jahre 1994 durch eine neues Löschgruppenfahrzeug mit einem 600 l fassenden Wassertank (LF 8/6) ersetzt.

Auch die alte Spritze von 1934 wurde zu neuem Leben erweckt. Sie war 50 Jahre alt, als wir sie im Jahre 1984 in liebevoller Kleinarbeit restaurierten. Seit 1991 fahren wir mit ihr zu Feuerwehr-Oldtimer-Treffen. Eine Zugmaschine dazu schafften wir 1992 an. Mit diesem Gespann sind wir schon zu Treffen in ganz Europa gefahren. Wir waren und sind dabei immer wieder eine Attraktion.

Die Freiwillige Feuerwehr Schönstadt ist heute eine gut ausgestattete schlagkräftige Einheit, die den vielfältigen Anforderungen, die heute an eine Feuerwehr gestellt werden, gerecht wird. Sie besteht aus einer
Einsatz-, einer Alters- und Ehrenabteilung, einer Jugendfeuerwehr und fördernden Mitgliedern im Feuerwehrverein. 26 Aktive treffen sich wöchentlich im Feuerwehrhaus, um durch Übungen und Unterricht ihre Ausbildung ständig zu verbessern.

Die Einsätze, zu denen die Feuerwehr gerufen wird, sind sehr unterschiedlich. Am häufigsten erfolgt der Ruf zu technischen Hilfeleistungen, z. B. bei Verkehrsunfällen. Insbesondere hier werden sehr hohe Anforderungen an die Feuerwehrleute gestellt, denen es oft nicht leicht fällt, mit dem dabei Gesehenen fertig zu werden.